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Gruppentagebuch (unfertig) - der Clan der kreuzenden Schwerter

Hervorgehobene Antworten

Das sind ein paar Aufzeichnungen die wir mal in unserer Gruppe aufgenommen haben, weil wir eigentlich ein Abenteuer niederschreiben wollten. Natürlich ist das ganze hier stark verbesserungswürdig, aber eigentlich recht lustig, wenn man es einmal mit einem Roman mit "richtigen" Helden vergleicht. *schulterzuck* ich dachte bevor es irgendwo auf einem Computer vergammeltz...

Is auch schon ne ganze Weile her, dass zweite Abenteuer der Gruppe und das samals dritte bzw. vierte Abenteuer überhaupt für die vier Spieler.

 

Allerdings passiert von der Story selbst in dem unten stehenden Text noch fast garnichts, is halt mehr als unfertig.

 

Nya...

 

Marius,

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Ein geheimnisvoller Brief

 

Die vier Gefährten befanden sich in dem Fischerdorf Waevelom an der Ostküste Albas. Es war morgens am 6. Tag der ersten Triade des Trollmondes und sie hielten sich in der Wirtsstube des Wirtshauses Zum Grünen Fisch auf. Der Wirt Roderick MacTilion saß monoton und depressiv in der Ecke und putzte Becher.

Inzwischen sahen die Gesichter der Freunde wieder besser aus. Als sie das Wirtshaus zum ersten Mal vor zwei Monaten betreten hatten, hatte es noch ganz anders ausgesehen. Ihre Gesichter waren damals ausgemergelt und ihre Gürtel enger geschnallt. Vom Wirt hatten sie erfahren, dass die Kinder des Dorfes sich einer geheimnisvollen Krankheit zugezogen hatten. Nachdem sie bei den Dorfbewohnern einige Informationen gesammelt hatten, hatten sie sich zu einer nahe gelegenen Ruine aufgemacht, weil sie dort auf weitere Hinweise hofften. Doch an dem Ursprungs Ort war auch der tapfere Waldläufer Alandil der seinem Clan der MacBoerns vor langer Zeit entsagt hatte erkrankt. Nur wenig später fanden die Gefährten heraus, dass es die seltsame Hand gewesen sein musste, die Alandil und die Kinder erkranken ließ. Bei der schwarzen Hand handelte es sich um ein Bruchstück einer menschengroßen Statue, die mit einer schwarzen Paste bestrichen war. Doch zum Glücke Alandils fand der Hexenjäger Baran MacAelfin in der fünf Tagesritte entfernten Stadt Cambrydge ein Gegenmittel. Allerdings vergaß er beim Einkauf der nötigen Zutaten einen Samen, so dass sich die Kinder nicht mehr retten ließen und elendig verstarben. Also ritt er erneut hin und rettete damit wenigstens das Leben des Waldläufers. Nach diesen Strapazen hatten sich die Abenteurer im Wirtshaus zum grünen Fisch eine zweiwöchige Ruhepause gegönnt.

Der kalte Wind fegt durch die Tür in die Stube und die Sonne blickt gerade eben über den Himmelsrand. Sowohl der Hunger als auch die zermürbende Kälte setzen den Gefährten an diesem eigentlich schönen Wintermorgen zu, denn sie hatten noch kein Frühstück gehabt. Roderick hat zwar ein Feuer im Kamin entfacht, aber da die Wände nicht sonderlich dicht beieinander lagen, pfiff der Wind ungestört durch die kleinen Ritzen der hölzernen Wand. Auf den ersten Blick erkannte man, dass die Vier nicht aus dem Dorfe stammten. Der auffälligste unter ihnen war ein 175cm großer muskelbepackter Mann so um die zwanzig. Er hatte dunkelschwarze kurze Haare und blaue Augen. Ein ständiges Lächeln vermittelte seinem Gegenübern einen sympathischen und offenen Eindruck. Er trug eine braune Hose und ein schwarzes Hemd, über dem er einen gemütlich wirkenden, roten Wintermantel trug. An einem blauen Waffengürtel hingen ein Dolch und ein Kurzschwert in jeweils der dazugehörigen Schwertscheide. Hohe schwarze Stiefel umschlossen die großen Füße. Neben ihm auf dem Boden stand ein grüner Rucksack, hinter dem sich eine Gitarre in einer braunen Tasche verbarg. Er starrte an das einzige Bild im Wirtshaus welches einen Fischer bei seiner Arbeit zeigte.

Rechts neben ihm auf einem der unbequemen Eichenstühle saß Baran. Er war um die 1,80 m groß, hatte langes Schwarz-Braunes Haar trugt aber einen Hut, der ebenfalls schwarz war.

Weil eine kleine Narbe sein Gesicht zierte, war er nicht der hübscheste. Allerdings keinesfalls hässlich. Ein paar Bartstoppeln gaben in einen rauen Ausdruck. Wie schon seine Haare und sein Hut waren auch seine Klamotten dunkel. Er trug einen Umhang und braune kniehohe Stiefel.

Einen Platz weiter saß der Dritte in der Runde. Es war der Waldläufer Alandil. Er war nicht der Schönste, aber genauso wie Baran auch nicht hässlich. Mittlerweile wurde sein Äußeres von den Tagen in der Wildnis geprägt. Mit seinen 1, 84 m war er der Größte unter den Vieren. Alandil hatte braunblondes Haar Wobei das braun dominierte. Es war länger und leicht gelockt. Durch das Leben im Freien kam es auch, dass er sich längere Zeit nicht rasieren konnte. Mittlerweile war es normal, dass er einen kurzen Bart im Gesicht hatte, der aber nicht besonders auffallend war und eher fein und anständig als ungepflegt und wild aussah. Sein Gesicht war gut gebräunt und er hatte klare blaue Augen. Im Ganzen ist war Erscheinungsbild gut und ansprechend. Seine Kleidung unterschied sich von der in Alba üblichen. Im Wald und der Wildnis trug er eine braune Lederhose, die sehr reißfest und elastisch schien. Darüber manchmal noch eine zweite Hose, die aus dunklem Stoff war und gut wärmte. Seine Schuhe waren aus hellem Leder, reichen bis über die Knöchel und waren zu schnüren. Außerdem trug er nach ein Oberteil, das aus hellerem Stoff war, und wie eine Mischung aus Strohsack und Hemd wirkte. Es war nicht allzu weit und trotzdem nicht eng. Alandil legte nämlich sehr viel Wert darauf, dass seine Kleidung bequem saß. Dieses Kleidungsstück wurde an der Hüfte mit einem schwarzen Gürtel stramm festgebunden, an dem alle seine Waffen hingen, ausgenommen der Bogen, den er meistens über den Rücken legte. Der Dolch steckte an seine Rücken und Alandil versuchte ihn für erste Blicke zu verbergen. Zumindest wenn er in unbekannte Kreise weilte. Das Schwert hingegen zeigte er offen. Es diente ihm schon häufiger als Abschreckungsmittel gegen manche betrunkene Bauern und Landstreicher. Einen zweiten Dolch trug er versteckt in einer dafür extra angefertigten Scheide im rechten Stiefel. Über diesem Überwurf trug er meistens noch einen Mantel, der schwarz und ledern wirkte. Allerdings wusste Alandil noch lange Zeit nicht, woraus er wirklich war. Dieser Mantel diente ihm unter anderem um sein geheimnisvolles Auftreten zu unterstreichen und ihn in der Dunkelheit noch besser zu tarnen. Alandil war 21 Jahre alt, wirkte aber aufgrund seiner Erfahrung und seiner Lebensumstände auf seine Kameraden älter.

Als Letzter in der Runde fand sich Paddy ein junger Mann von 21 Jahren und 183cm Größe. Im Gegensatz zu den Anderen wirkte er trotz den strapaziösen Reisen füllig.

In seinem Gesicht befanden blaue Augen die fast immer wachsam umherblickten und glattes schwarzes Haar welches ihm über die Schultern hing. Seine Stärke sah man ihm wegen der 91 Kilo auf den ersten Blick nicht an. Seine Kleidung war in dunklen Farbtönen gehalten und er trug eine ebenfalls dunkle Hose, ein Hemd und einen Waffengürtel. Darüber bedeckte ihn zu meist ein grün, grauer Umhang und halbhohe Stiefel.

Herr Wirt ich hätte gerne ein Frühstück!, sprach Baran der Hexenjäger in die morgendliche Stille hinein. Mit einem Brummen antwortete Roderick.

Irgendwas Besonderes?

Ähm, Lachsund ähm Brot und dazu hätte ich gerne ein Bier bitte.

Ich hätte gerne das Gleiche, platzte Paddy dazwischen.

Fisch und Brot, wiederholte der Wirt.

Ich hätte gerne ein Bauernfrühstück, sagte Sean der Söldner mit einem Lächeln. Und ein Weißbier dazu bitte.

Ein Bier, was wolltet ihr noch einmal trinken?, wendet sich Roderick an die Übrigen.

Ein Wasser, bemerkte Paddy.

Dann also zwei Bier und zwei Wasser, zwei Bauernfrühstück und zweimal Fisch, wiederholte der Wirt abermals mit müder Stimme. Mach ich gleich.

Nun war es still in der Wirtsstube. Das Feuer prasselte vor sich hin und auf das Essen wartend erwähnte Sean: Was haben wir denn Heute vor?

Weiß nicht, ich denke wir ziehen weiter oder nicht?, fragte Baran in die Runde.

Ja würde ich auch vorschlagen. In welche Richtung?, warf Paddy ein.

Das Wetter scheint gut zu bleiben, sagte Alandil der Wundheiler.

Wo sind wir denn gerade?, fragte Sean verwundert und zog eine große Karte des Landes hervor. Baran beugte sich vor und tippte mit einem Finger auf einen Punkt an der südlichen Ostküste Albas.

Ich würde sagen wir ziehen jetzt erst einmal nach Elrodstor, sagte Baran wurde aber von Alandil mit den Worten: Von da aus geht es aber nicht mehr weiter. Nur durch den Wald, unterbrochen.

Baran nahm keine Notitz von ihm und fuhr fort: oder Prioresse.

Wenn wir nach Norden ziehen haben wir mehrere Möglichkeiten, erzählte Alandil weiter.

Norden?, dachte Sean laut vor sich hin.

Wir könnten nach Byrne ziehen, meine Heimatstadt, schlug Baran vor.

Da?, fragte Sean und deutete auf der Karte auf die von drei Seiten mit Sumpf umringte Stadt, etwa sechs Tagesmärsche nördlich von Waevelom. Oder was?

Ja, bemerkte Baran gleichgültig.

Ja, lass uns doch dahin. Sean kratze sich geistesabwesend am Kopf. In der darauf entstehenden Pause schlurfte der Wirt mit einem Tablett auf dem zwei Bierkrüge und zwei Becher mit Wasser standen zum Tisch. Die Getränke sahen nicht besonders reichhaltig aus, waren aber wenigstens sauber. Das Bier, welches nicht großartig alkoholhaltig war, nannte man Ale, das typische albische Dünnbier. In dem Moment in dem Baran das Wasser sah musste er an die kürzlich bekämpfte Krankheit, die so genannte Wasserpest, denken.

Bezahlen könnt ihr nachher, sagte Roderick stellte die Krüge auf den Tisch und stampfte zurück.

Danke Herr Wirt!, bedankte Sean sich höflich und die Anderen stimmten grummelnd mit ein. Der Wirt brummte etwas Unverständliches zurück.

Ich würde sagen, wir stoßen noch einmal auf unseren Clan an, nachdem wir das letzte Abenteuer na ja bestanden haben , schlug Alandil vor und hob den Krug.

Auf unseren Clan, stieß Baran auch freudig aus und knallte seinen Krug gegen den Alandils. Wir gründen den Clan der kreuzenden Schwerter, fügte er noch lachend hinzu.

Okay, trinken wir, sagte Alandil etwas mürrisch. Die Feierlichkeiten sind vorbei.

Die Getränke schmeckten so gut, wie sie aussahen, aber genügten um den Clan zu begießen. Anschließend saßen sie eine Weile still da, bis der Wirt erneut erschien und zwei Bauernfrühstücke, sowie zwei Portionen Fisch mit Brot brachte, wobei der Fisch nicht gerade wie Lachs aussah. Als er ihre kritischen Blicke bemerkte, sagte er ausweichend: Na ja, soweit ich weiß, fängt man Lachs auch eher in Flüssen und nicht im Meer. Und hier in der Nähe ist ja kein großer Fluss, wo ich Lachs fangen könnte. Das da ist jetzt Barsch.

Ja, ja, ist schon okay, unterbrach Baran den Wirt, der mit gesenktem Kopf zurück hinter die Theke ging, leicht abfällig.

Und? Was habt ihr jetzt vor? Ihr seid ja jetzt wieder halbwegs auskuriert, fragte er von dort aus.

Ja das ist eigentlich auch ganz gut, merkte Alandil beiläufig an.

Ach der kennt uns?, wollte Sean gerade hervorstoßen, der wie immer zu schlafen schien, doch Paddy war schneller und trat ihm gegen das Schienbein.

Dann flüsterte er Sean leise zu: Das ist doch der, dessen Sohn Baran hat verrecken lassen. Erinnerst du dich nicht?

Sean guckt den Wirt versonnen an und blickt wieder auf den Boden. Ach so, ja, ja, murmelte er dann noch vor sich hin. Der mag uns aber noch?, flüsterte er Paddy zurück ins Ohr, nachdem er sich erneut vorgelehnt hatte. Paddy wisperte etwas zurück und schüttelte den Kopf leicht. Sean ließ sich achselzuckend zurückfallen und bemerkte scheinbar zufrieden: Nett ist er ja jedenfalls.

Also, bevor ich etwas mach, möchte ich gerne diese dämliche schwarze Hand wegbringen, sagte Alandil entschieden.

Können wir sie nicht wegbringen?, entgegnete Paddy. Seine Worte wurden mit einem Lachen quitiert.

War die denn noch da unten im Brunnen oder wo?, fragte Sean.

Ich habe sie noch in der Tasche, antwortete Alandil mit einem überlegenen Lächeln.

Ja, ja, wo kommt die denn her?, fragte Sean verwirrt zurück.

Aus der Backstabe der verfallenen Ruine, sagte Baran.

Ich würde sagen, wir sollten sie irgendwie sicher, sprach Paddy, wurde dann aber von Baran unterbrochen.

Ich würde sagen, wir schmeißen sie ins Meer und lassen sie dort wegspülen, sagte dieser fest entschlossen.

Sofort entgegnete Paddy: Aber dann könnte sie irgendwo angespült werden.

 

06.17.00 1. Kassette, vom 2. Abenteuer

 

Einen Moment dachte jeder nach. Dann erwähnte Alandil: Am besten wir vergraben sie irgendwo.

Abermals überhörte Baran seine Freunde. Mit entschlossenem Blick ließ er seinen Blick durch die Reihen der Gefährten streichen.

Hat Jemand eine Axt bei sich? Keiner beachtete ihn. Stattdessen fing nun Sean, der aus seiner Erstarrung erwacht war, an zu diskutieren.

Wir könnten sie zerstören!

Baran wendete seinen Kopf zum Wirt.

Herr Wirt haben sie eine Axt?

Bevor dieser jedoch etwas erwähnen konnte teilte Sean den Anderen weiter seine Gedankengänge mit.

Wir können sie doch zerstören, irgendwie. In mehrere Teile und die dann verstecken! Bei den Letzen Worten fing er an zu kichern und Baran stimmte ein. Paddy und Alandil beobachteten ihre Tischgenossen nur ratlos. Sie warfen sich einen viel sagenden Blick zu und ließen sie weiterreden. Nachdem Baran aufgehört hatte zu lachen fragte er den Wirt erneut, ob dieser eine Axt hätte. Roderick bestätigte dies und abermals lachend sprach Sean er hätte eine Bihander. Ein Bihander war ein etwa 150sm langes Schwert welches seinen Namen nicht zu unrecht besaß. Es gab keinen Menschen der diese mächtige Waffe nur mit einer Hand hätte halten, geschweige denn kämpfe, könnte. So kam es, dass Sean der beste Kämpfer der Gruppe war. Doch sei Geschick glich er manchmal mit seiner Intelligenz aus. Niemand war vollkommen. Unernst warf Paddy ein er hätte auch noch einen Holzhammer.

Ich habe eine Axt, warum, mit misstrauischem Blick wurde Baran gemustert.

Seinen Blick und seine Frage achtungslos strafend fragte Baran, ob sie seine Axt benutzen dürften. Etwas in seien Bart brummend verschwand Roderick hinter der Tür hinter der Theke. Wie die Abenteurer vermuteten befand sich dort seine Vorratskammer und das Schlafzimmer von ihm und seiner Frau. Seine Frau war Heute noch nicht aufgetaucht, was keinesfalls mit Trauer aufgenommen wurde. Seit ihr Kind gestorben war, redete sie nur noch unwillig mit den Vieren. Wortlos stand jetzt Alandil auf und begab sich die fragenden Gesichter seiner Freunde nicht beachtend nach oben. Sie schwiegen. Eine Minute später tauchte er erneut auf. In der Rechten trug er seinen braunen Lederrucksack.

Habt ihr eine Idee, wie ich die Hand anfassen könnte?

Nun wickle sie doch in eine Stück Stoff, riet Paddy ihm. Der Tür öffnete sich und der Wirt trat hervor. In seinen Händen hielt er eine 50cm lange Handaxt, welche schon ein wenig abgestumpft war. Wortlos begab er sich zum Eichentisch und legte sie auf seine Platte.

Was ist das denn für eine Hand?, mit einem Finger zeigte er auf das schwarze Etwas, das nun halb in einen Stofffetzen eingewickelt und noch leicht schwankend auf dem Tisch lag.

Wollt ihr mal? flüsterte Alandil leicht bedrohlich.

Nicht anfassen! Die ist gefährlich, warf Baran warnend dazwischen. Roderick kratze sich an seinem Schädel und ging an seinen Platz.

Ich würde sagen wir richten das draußen aus, bekundete Baran nun wieder schmunzelnd. Die Anderen stimmten ihm zu. Als erstes wollte Alandil den Inhalt seines Rucksackes direkt vor dem Wirtshaus ausleeren doch ein Blick Paddys stoppte ihn in seinem Vorhaben. So stolperten sie weiter. Vor die Tore der Stadt, weg vom Weg in ein kleines Wäldchen. Die Sonne schien vom Himmel. Es waren fast keine Wolken zu sehen. Ebenso wehte nur wenig Wind. Selbst die Vögel zwitscherten leise. Dann kippte Alandil seinen Rucksack aus und sämtliche Gegenstände leerten sich auf den Boden. Kaputt ging zum Glück Nichts.

 

08.33.22 1. Kassette, vom 2. Abenteuer

 

25.12.2004

 

Stumm sammelte Alandil alle Sachen außer der Hand auf. Mit einem fiesen Lächeln überreichte Baran, Sean die Axt:

Hier, mach sie erst einmal kaputt

Ein paar Augenblicke der Verwirrung vergangen in denen alle den in die Luft starrenden Sean anschauten. Schließlich faste sich Paddy ein Herz und stampfte zum Söldner.

Du bist Sean!, flüsterte er ihm ins Ohr.

Achso, ja stimmt!, erwiederte dieser triumphierend. Die Vögelchen sangen vor sich hin.

Ja

Genervt sprach Paddy.

Raufhauen!

Wieso ich?

Du bist der Stärkste von uns.

Barans Tonfall war leich spöttelnd.

Ach ja, ich bin ja der Beste!, murmelte Sean in sich hinein und raffte sich auf.

Das hat er nun nicht gesagt.

Sean hob die Axt über seinen Schädel und schwang sie mit einem mächtigen Schlag auf die am Boden liegende Hand. Drei Stücke lagen nun auf der Erde.

Jeder nimmt sich ein Teil und begräbt es!, schlug Paddy vor.

Wir haben keine Schaufel, brachte Baran schlagfertig hervor.

Bloß nicht die Stücke anfassen!, warnte Alandil.

Wir trampeln so lange auf ihnen herum, bis sie im Boden stecken.

Der Beitrag des Hexenjägers wurde mit einem herzlichen Lachen quittiert.

Kann nicht Jemand zaubern? Dann könnten wir sie wegzaubern, oder so.

Ich könnte zaubern, aber mir ist keine Zauber bekannt, mit dem man Sachen verschwinden lassen kann. Dafür beherrsche ich den Zauber Angst!, bekannte er trotzig.

Verzauber die doch irgendwie. In was zu Essen.

Sean klang leicht verzweifelt.

Wir sollten allen drein Stücken einen großen Tritt geben und sie so in den Wald befördern.

Nein, ich finde wir sollten sie schon vergraben. Lass uns noch einmal in das Dorf gehen und Jemanden fragen, ob er uns seine Schaufel leihen kann.

Ja, den Wirt. Aber ich plediere eher für das Meer.

Gedankenverloren blickte Sean zu dem blauen Etwas, welches sanft schillerndes Licht von der Ostsonne her reflektierte. Mit stolz erhobenen Köpfen kamen die Abenteurer wieder im Dorf an. Die Handstücke hatten sie in der Wildnis liegen lassen. Roderick blickte sie neugierig an.

Herr Wirt, haben sie auch noch ein paar Schaufeln für uns?

Wie so oft, übernahm Baran die Gesprächsführung.

Vielleicht vier

Roderick runzelte die Stirn.

Ich habe eine Schaufel. Ich kann sie eben holen. Was auch immer ihr damit vorhabt.

Die letzten Buchstaben hatte er vor sich hin gemurmelt. Langsam schlurfte er zu der Tür hinter der Theke und verschwand. Baran klopfte nervös auf das Holz der Bar während die Anderen es vorzogen in der Gegend umherzuschauen.

Sean willst du ihm nicht die Axt wiedergeben?

Eindringlich sagte Paddy diese Worte. Lachend merkte Sean an, dass der Wirt das Verschwinden der Axt ja nicht bemerken würde. Sie verstummten als eben dieser durch die Tür trat. Kurzangebunden drückte er Sean den Spaten in die Klauen.

Falls ihr noch eine Säge, oder ein Hämmerchen braucht sagt nur bescheid!

Ironisch funkelten Sean die braunen Augen Rodericks an.

Danke.

Paddy tippte Sean auf die Schultern.

Nun gib ihm doch die Axt wieder!

Ach ja, Herr Wirt, ich habe noch ihre Axt!

Ja, dass sehe ich

Der Söldner streckte die Hand nach vorne und Roderick griff nach dem Stiel der Axt. Er nahm sie an sich und verschwand abermals in seine Privatgemächer. Paddy drehte sich auf der Stelle und marschierte als Erster von seinem Tatendrang getrieben ins Freie. Sie schritten den Kiesweg entlang zum Tor. Kinder spielten mit ihren Großvätern und Frauen strickten oder verrichteten ähnliche Hausarbeiten. Grinsend grüßte die Torwache doch Barans vernichtender Blick riet sie zum Schweigen. Bald waren sie erneut an der Stelle, an der die drie Bruchstücke der schwarzen Hand lagen.

Lasset uns nun ein tiefes Löchlein graben.

Betont hatte Paddy besonders das uns und hatte gleichzeitig zu Sean gelugt. Auf der Stelle fing Sean an zu graben. Seine Begleiter stellten sich in gebührendem Abstand zu ihm in einen Kreis und warteten schweigend. Obwohl Sean mit Abstand der Stärkste unter ihnen war hatte er es nicht leicht. Zwar lag kein Schnee auf dem Boden, aber die Temperaturen lagen beim Nullpunkt und die Erde war gefroren. So wunderte es Niemanden, dass Sean um die zehn Minuten benötigte, bis er ein brauchbares Loch gegraben hatte. Sean wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Jetzt werfen wir ein Stück hinein, gehen zehn Meter weiter und graben ein zweites Loch, bis wir so alle Stücke vergraben haben.

Paddy stimmte ihm zu, aber Baran war, wie so oft anderer Meinung.

Diese Mühe sollten wir uns nicht unnötig machen. Ich schlage vor wir werfen sämtliche Teile in das Loch.

Ein Rest Fleisch vom Frühstück aus den Zähnen pulend nickte Paddy.

Aber warum haben wir dann die Hand zerteilt?

Baran und Paddy lachten.

Vielleicht ist die Macht ja jetzt auch gebrochen?

Alandil hielt sich im Hintergrund. Manchmal überließ er solche Diskussionen lieber seinen Freunden.

Ich glaube das Böse lag eher in der Paste, mit welcher die Hand bestrichen wurde, seufzte er.

Jawir können es ja testen.

Stille.

Ich bin dafür, dass wir sie in drei Löchern verbudeln.

Dann grab gleich weiter, spottete Paddy. Sean beförderte die Hand mithilfe des Spatens in das Dunkel. So wiederholte er die Prozedur zwei weitere Male. Nachdem die Löcher zugeschüttet waren gingen sie zum Wirtshaus. Zum dritten Mal an diesem Morgen kehrte Roderick in seine Räume und verstaute seine Schaufel.

Wehrte Herren, wohin wollen wir nun weiterziehen? Wir können wir doch hier nicht verweilen, rüttelte Baran den Rest wach.

Ich bin für Norden!

Laut und naiv, wie immer übertönte Seans dröhnende Stimme jede Andere.

In euer Heimatdorf, stimmte Paddy, Baran gewandt zu.

Stadt!, ermahnte ihn Baran.

JaIch bin dieses Stadtleben nicht gewöhnt, murmelte Paddy in seinen Bart.

Ziehen wir nach Byrne, sagte Baran noch, da wurde ihr angeregtes Gespräch unterbrochen. Von draußen irgendwoher drangen Schreie, als würde ein Schwein geschlachtet werden. Nur waren es nicht die Schreie eines Schweins, sondern die eines Menschens.

Was ist denn das?, fragte Roderick erschrocken. Ohne eine Antwort zu geben rannten die Vier die Treppe hoch auf ihr Zimmer. Dort angekommen kramten sie eilig ihre sieben Sachen zusammen und stürmten nach Unten. Noch mitten auf der Treppe öffnete sich die Tür. Zwei Männer betraten eiligst die Stube. Zusammen trugen sie einen dritten Mann in brauen Reiseklamotten. Dessen rechtes Bein war blutüberströmt. Eine hässliche Fleischwunde zierte sein Unterschenkel. An dieser Stelle auch, waren seine zerrissenen Klamotten voller Blut ebenso, wie ein Rucksack, den der vordere Mann auf seinen Schultern ruhen hatte. Den einen Arm hatte der Verletzte zwischen seine Zähne geklemmt. Aus seinem Mund drangen die kläglichen Schreie.

Ist hier Jemand, der sich mit erster Hilfe auskennt? Suiswenn war nicht da.

So verzweifelt gesprochen hatte der Vordere Mann. Susiwenn kannten die Wanderer noch aus ihrem letzten Abenteuer. Sie war die Dorfheilerin. Auch sie hatte eine Tochter an der tückischen Krankheit verloren.

Ich, sagte Alandil mit tonloser und konzentrierter Stimme.

Kommen sie. Wohin sollen wir ihn hintun?

Verzweifelte Augen stierten hilflos zum Waldläufer.

Legen sie ihn auf den Tisch.

Völlig perplex und mit offenem Mund beobachtete Roderick die Lage. Immer noch stark blutend wurde die Gestalt auf den Eichentisch gelegt. Die beiden Männer wichen ein paar Meter, während Alandil sich näherte.

Was ist denn passiert?

 

Seufzend sprach jetzt der hintere Mann: Na ja, wir wissen es nicht genau. Wir haben ihn gefragt aber er hat noch nicht geantwortet. Wir haben ihn am Wegserand gefunden. Nördlich von hier.

Von der Antwort unbefriedigt beugte sich der erfahrene Waldläufer über den Verletzten. Sofort erkannte er, dass ein Wildes Tier den Mann angefallen haben musste. Man konnte dicht bei der eigentlichen Wunden Kratzspuren von einer Klaue sehen. Die erfahrenen Hände Alandils holten ein paar Kräuter hervor und pressten diese auf die Wunde. Der Mann schrie auf. Laut. So laut, dass es allen Beteiligten in den Ohren schmerzte.

Brief. Fallandbourgh. Cladstain mac Seal!

Seine makellos erschütternden Rufe verebbten. Er regte sich nicht mehr. Er war tot. Betroffen standen der Wirt und die Helfer auf der Stelle.

Durchsucht doch mal seinen Rucksack., schlug Paddy vor. Dafür erntete er einen enttäuschten Blick von einem der Männer, den er aber nicht bemerkte. Aber es war keine Kaltherzigkeit, die Paddy zu seinem Virschlag trieb, es war die einfacho Notwendigkeit und die Eingestehung der Wahrheit.

Fallansbourgh. Fallansbourgh. Cladstain mac Seal...

Baran dachte über die Worte nach. Während Roderick schockiert umherschaute wichen die Männer nun kaum merklich zurück.

Um Gottes Willen, sagte Baran.

Paddy schritt entschlossen, da ihm Niemand zuhörte selbst zum Rucksack und begann ihn zu durchsuchen.

Fallasbourgh

Der Hexenjäger war ehrlich betroffen.

Brief. Scheiße

Paddy schmunzelte und versuchte sich gleichzeitig an den Namen zu erinnern, den der Tote eben noch ausgestoßen hatte.

GlatzGladsteck mac Seal, oder so

Ein schallendes Lachen von Sean flutete den Raum.

Ja, irgendwie so etwas.

Vielleicht so etwas, wie der letzte Mac Seal?

Ratlos strich Alandil sein Langschwert entlang. Paddy durchwühlte den blutverschmierten Rucksack. Aber außer einer alten Decke und zerschlissenen Wechselklamotten fand sich nichts interessantes.

Willst du nicht sein Herz?, schlug Sean ehrlich vor.

Nein!

Ein Lachen von Baran. Er ging zum Mann und schlug dessen Umhang beiseite. Die offenen Augen blickten Baran anschuldigend an. Sean strich einmal über sein Gesicht. Mit Toten hatte er als Söldner viel Erfahrung. Über den Rücken hatte der Leichnam einen Langbogen und einen Köcher hängen. Diese Sachen stibitzte sich Paddy.

Darf ich die Pfeile haben?, fragte Sean begierig. Ihm viel ein, dass er gar keinen Bogen sondern eine Armbrust hatte und sackte in sich zusammen. Baran fischte aus dem Umhang einen Dolch in sehr guter Verfassung.

Schenkst du den mir?, wollte Sean wissen. Der Verfechter des Guten ließ ihn links liegen und suchte weiter. Als nächstes kamen ein Wasserschlauch eine Pfeife und einen Beutel mit Pfeifenkraut der Marke Halfdalrasen

Ich glaube ich kaufe mir mal irgendwann so einePfeife.

Niemand beachtete den Söldner. Einen Beutel mit Feuerstein und Zunder und einen versiegelten Brief fand Baran als letztes im Umhang.

Vielleicht könntet ihr diesen Mann erst einmal rausschaffen, bevor hier überall Blut ist!

Alle stimmten lachend zu.

Kann ich dann noch mal den Spaten haben?

Ich hole ihn gleich.

Sollen wir ihn einfach so vergraben oder soll er auf den Friedhof?

Hinterm Wirtshaus, flüsterte Sean lachend.

Wir haben hier keinen richtigen Friedhof ihr könnt, ihr könnt.

Hilflos wedelte er mit den Armen.

Wir können ihn ins Wasser schmeißen. Nein wir verbrennen ihn lieber, verbesserte Paddy sich selbst.

Ja, wahrscheinlich wäre das sogar die beste Möglichkeit.

Genau, dann verbrennen wir ihn.

Herr Wirt haben sie etwas, womit man eine Leiche verbrennen könnte?

 

ÄhmFeuerholz kann ich euch geben. Genung davon findet ihr hinterm Wirtshaus. Aber Lampenöl oder so habe ich nicht.

Schweigend packten die Freunde die Leiche und schritten vor die Tür. Sofort lächelte ihnen das warme Licht der Sonne zu. Baran entschloss sich Feuerholz zu holen.

Wo wollen wir die Leiche jetzt verbrennen? Lass uns doch an den Strand gehen.

Baran kam wieder. Alle stimmten Paddy zu.

Schafft ihr das alleine?, fragte jetzt einer der Männer. Baran antwortete nicht. Stattdessen wollt er wissen, ob die den Mann gekannt hatten.

Nein keine Ahnung.

Wo habt ihr ihn gefunden?

Am Wegesrand. Nördlich von hier. Wie ich bereits gesagt hatte.

Wir wollen doch nach Norden, murmelte Sean vor sich hin.

Braucht ihr uns noch, oder können wir gehen?

Könnt ihr ihn nicht verbrennen?, fragte Alandil.

Ihr könnt gehen!

Sean sprach ein Machtwort.

Danke!

Schnell machten sie sich aus dem Staub.

Nein, bleibt!, rief Baran noch. Aber sie waren schon weg.

Ups

Sean grinste. Sie lachten und gingen noch lachend Richtung Klippen. Eine steile in den Stein gehauene Treppe führte nach unten zum Strand. Zum Glück war gerade Ebbe, sonst wäre der Boden überflutet. Sehr vorsichtig setzten sie einen Schritt vor den Anderen. Nach einer Weile kamen sie unten an und setzten die Leiche ab. Alandil warf einen abschätzenden Blick in den Himmel. Es würde noch dauern, bis es Mittag war. Seine lockigen langen Haare peitschen ihm ins Gesicht. Hier an der See war es immer windig. Schweigend häuften die Abenteurer mit Hilfe des von Baran geholten Feuerholzes einen Scheiterhaufen auf. Als ihr Werk vollendet war begann Paddy ein paar Liter seines kostbaren Lampenöls über die Leiche zu gießen. Baran baute sich vor der Leiche auf.

Mögest du von allem Bösen befreit sein!

Bei diesen Worten schwenkte er seine Hände erfurchteinflößend umher. Wenig beeindruckt unterbrach Paddy ihn.

Bist du ein Priester?

Baran senkte seine Hände und wandte seinen Kopf zu Paddy.

Nein, Exorzist. Egal, ruhe in Frieden!

Seine Stimme duldete keine Widersprüche.

Wer ist gläubig hier?

Paddy musste seine Stimme gegen den Wind erheben.

Ist hier Irgendjemand gläubig?

Ich bin nicht gläubig, sagte Alandil.

Ich auch nicht

Baran erhob fast stolz sein Haupt.

Gut, dann hat sich das erledigt.

Alle lachten laut. Alle außer Sean. Dieser guckte verträumt ins Meer hinaus.

Ruhe in Frieden, wiederholte Paddy, Barans Worte und wendete sich zur steinernen Treppe.

Möge dein Schwert immer bei dir sein.

Genau.

Jetzt zündete Baran die Leiche an und in wenigen Sekunden ging sie in Flamen auf.

Wir hätten sie wahrscheinlich noch besser durchsuchen sollen, dachte Baran laut.

Es rauchte, knisterte und stank. Eine stärkere Böe umwehte sie und in der Ferne sah der Verträumte Sean ein paar dunkelgraue Wolken gen Westen ziehen. Zum Land. Zu ihnen. Baran holte den Brief hervor.

Kennt Irgendjemand von euch dieses Siegel?

Keiner antwortete ihm. So sprach er weiter.

Lasst uns wieder ins Wirtshaus gehen.

Ich würde lieber verschwinden.

Ja nach Norden!, stimmte Sean, Paddy zu.

Wir gehen.

Dann gucken wir uns auch mal genau die Stelle an, an der der Mann angefallen wurde.

Lasst uns mal den Brief aufmachen und gucken, was drinnen steht.

Ich weis nicht, sagte Baran zweifelnd.

Vielleicht war es ein Bote des Königs, fügte er noch hinzu. Nachdenklich kratzte er sich an seinen paar Bartstoppeln. Immer noch standen sie um den brennenden Scheiterhaufen herum. Außer ihnen war niemand dort.

Wir wirklich erst wissen, woher das Ding kommt, bevor wir es aufmachenoder ob wir es aufmachen, sagte Alandil mit Nachdruck. Sein lockiges Haar wehte im strengen Wind. Wie häufig wenn der Waldläufer mit Problemen konfrontiert war, hatte sich sein Gesicht geleert.

Können wir nicht ein Stück Papier über das Wappen tun und es abzeichnen?, schlug Paddy vor.

Nja, aber nachher öffnen wir es und dann ist der Brief für den König oder so etwas

Unbehagen schwang mit Barans Worten.

Na und, das brauch er ja nie erfahren!, konfrontierte Paddy, Baran mit seiner Meinung.

Lasst uns lieber erst einmal die Stelle angucken wo dieser Herr, er deute mit seiner Wafas Feuer: umgekommen ist.

Paddy, Alandil und Sean lenkten ein und schweigend sich dem Feuer abwendend erstiegen sie die Steintreppe. Dabei achteten sie darauf sich die ganze Zeit an Steinvorsprüngen festzuhalten, denn der Wind hatte sich noch verstärkt und blies durch ihre Klamotten. Ohne Zwischenfälle erreichten sie das Dorf. Der Übermütige Baran, wie so oft als erster und der Träumer unter ihnen Sean als Nachhut. Im Gasthaus überreichte Sean Roderick seinen Spaten. Zusammen schlenderten sie die Treppe hinauf. Auf ihren Zimmer packten sie ihre Sachen. Es waren nicht sehr viele. Gerade so viele, dass es sich kämpfen und acht Stunden am Tag wandern ließ. Fünf Minuten später trotteten sie erneut nach unten.

. Als der Wirt sie sah verzog sich seine Miene, die nicht erkennen ließ ob sie ein Freuen unterdrückte oder traurig war.

Tschüß!, rief er ihnen lauthals zu.

Auf Wiedersehen Herr Wirt und Endschuldigung, dass wir ihre Kinder nicht retten konnten. Halten sie die Ohren steif.

Der Wirt antwortete nicht. Die Abenteurer machten sich keinen Kopf und verschwanden aus der Stube. Über den Kinderlosen Sandweg schlenderten sie mit vollem Gepäck zum Nordtor und winkten noch einmal der Torwache zu. Danach wanderten sie weiter nach Norden. Entlang der Königsstrasse auf dem Weg nach Byrne.

 

 

Sie waren bereits eine halbe Stunde gewandert. Während dieser Zeit hatten sie sich fest in ihre Sachen gemummelt und nur einzelne Wörter verlauten lassen. Es war ein kalter Tag auch wenn der Himmel die Sonne nicht vollständig verschlang. Die Königstrassen waren die einzigen im Lande Alba auf denen man auch bei schlechtem Wetter reisen konnte, denn sie waren gepflastert. Die restlichen verschlungenen Pfade uns Wege in Alba verwandelten sich bei dem ersten Schauer in undurchdringbare Matschkuhlen, die sich teilweise sogar mit den Sümpfen vergleichen ließen, welche es ebenfalls recht häufig gab. Vor alledem im südlichen Teil, im Meald. Der größte Teil des Mealds wurde von dichten Wäldern bewuchert, so dass es trotz des recht fruchtbaren Bodens nur sehr wenig Anbaufläche gab. Seit die Albai zurückdenken konnten waren sie damit beschäftigt gewesen die Wälder zu zähmen in dem sie ihnen langsam aber unaufhaltsam kleine Wunden in Form von Wegen zufügten. Dabei hinderte sie neben den Naturgewalten besonders die Elfen, die in einem der großen Wälder wohnten. Dem Broceliande. Der magische Wald. In ihm wohnten den Legenden nach die Elben in ihren wunderschönen Städten in den Bäumen. Doch nur wenige wagten sich freiwillig in den Wald und noch viel weniger kamen wieder heraus. Wenn sie sich nicht verirrten oder von wilden Tieren angefallen wurden gab es immer noch die Rimbrûth, die wilde Schar, wie sie von den Menschen genannt wurde. Sie setzte sich aus denjenigen der Elfen zusammen, welche genug von der Unverfrorenheit der Menschen hatten und sich gegen sie wehrten in dem sie jeden Menschen der es wagte in ihr Reich einzubrechen gnadenlos hinrichteten. Unter anderem wegen dieser Taten waren die Elfen nicht bei Jedermann beliebt.

Plötzlich hielten sie in ihrem Gang inne. Dort am Rande des Weges ließ sich Blut erkennen. Zwar war es schon getrocknet aber für die erfahrenen Abenteurer ließ es keinen Zweifel offen. Hier mussten die beiden Männer den Verletzten gefunden haben.

Richtige Gelegenheit um Spuren zu lesen, schlug Alandil sogleich vor. Baran stimmte ihm sofort zu.

Ja, wer kann Spurenlesen?, erkundigte sich Sean.

Ich und Alandil.

Dann lest mal!, sprach Sean und setzte sich auf einen zufällig am Wegesrand liegenden Findling um Paddy und dem Waldläufer nicht im Wege zu stehen. Baran gesellte sich zu ihm. Gleichzeitig legten die Spurenleser ihr Gepäck neben den Stein und begannen mit ihrer Suche. Die Zeit verging. Sean hatte sich auf den Stein gelegt, die Hände unter dem Schädel. Baran schaute sich lieber aufmerksam in der Gegend um, um Gefahren frühzeitig wahrnehmen zu können. In diesem Punkt unterschieden sich die Kameraden gewaltig. Sean behauptete, dass es sowieso nur Schicksal sei, ob sie nun überfallen würden und Barans Motto lautete:

Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Schließlich unterbrachen sie ihre Suche um sich mit ihren Freunden zu beratschlagen.

Die Blutspuren gehen noch ein paar Meter in den Wald hinein. Bestimmt hat er sich in letzter Not hierher geschleppt, wo er dann zu entkräftet war um seinen Weg fortzuführen. An der Stelle wo die Spur geendet hat fand Paddy zudem noch Anzeichen eines Bären. Wo dieser aber hin verschwunden ist, mögen wir nicht zu sagen.

Sean richtete sich aus seiner liegenden Position auf.

Liegt dort denn noch irgendwas?

Paddy zuckte lahm mit den Schultern. Der Söldener grinste und verschwand im Dickicht. Nach kurzer Zeit erschien er erneut. Über das ganze Gesicht triumphierend grinsend. In seiner rechten Hand hielt er etwas, dass einem Anhänger an einer Metallkette nicht unähnlich sah. Er stellte sich neben sie und ließ sie seinen Fund begutachten. Das Amulett war in etwa 10cm lang und halb so breit. Sofort ließ sich erkennen, dass es der Teil von etwas Größerem sein musste. Von einem runden Kreis mit einem Loch in der Mitte. Das Material aus dem das gute Stück angefertigt war kam Niemanden bekannt vor. Hellbraun und fest, wie ein Stein. An der eisernen schwarzen Kette war es befestigt indem Jemand ein kleines Loch in die obere Hälfte des Amulettes gebohrt und das eine Ende der Kette hindurch gezogen hatte.

Sean begann es spielerisch hin und her zudrehen und hoch zuwerfen. Auf der eine Seite war ein Adler abgebildet. Aussendrum standen Schriftzeichen geschrieben, die aber Niemanden in der Gruppe geläufig waren. Auf der anderen Seite gab es ein großes einzelnes geschlungenes Zeichen zu entdecken. Barans Stirn begann sich selbstständig zu machen.

Soweit mir als Gelehrter bekannt ist, ist der Adler das Zeichens der mac Lachlans. Allerdings hat das Wappen eine völlig andere Fornm, als die dieses Adlers. Dieses Tier hier ist viel majestätischer abgebildet

Wie ein Bergadler?, versuchte Alandil Barans Beschreibung in eine weltliche Form zu bringen. Der Gefragte zuckte nur mit den Schultern. In der Natur verstand Baran sich nur leidlich aus.

Ich denke es wäre absurd diesen Bärenspuren zu folgen. Wir sollten einfach weiter marschieren. merkte Paddy beiläufig an.

Er hat doch irgendetwas von einer Burg gesagt. Vielleicht sollten wir dahin gehen. Fallasbourgh.

Der Hexenjäger schaute in die Runde.

Wenn wir wüssten wo sie ist.

Vielleicht grämte sich Alandil nicht selbst auf den Vorschlag gekommen zu sein.

Der Reisende muss ja aus der Richtung gekommen sein, wohin wir jetzt gehen wollen, gab Paddy seinen Senf dazu. Der schweigsame Sean holte eine Karte aus seinem Rucksack. Zu dem hängte er sich den Glücksbringer um seinen Hals. Baran deutete auf die Karte. Sogleich tippte er mit dem Zeigefinger demonstrativ auf das Stück Papier.

Lasst und zur Fallandsbourgh gehen.

Ihm wurde zugestimmt und so gingen sie den Weg weiter Richtung Norden.

Sie wanderten noch einige Stunden weiter. Machten Mittags eine kleine Pause und holten ihre Vorräte hervor. Gesalzenes Fleisch, Früchte und hartes Brot. Außerdem ein paar Schlücke Wasser. Die Pferde begnügten sich mit einer kargen Wiese. Dann brachen sie erneut auf. Stumm. Schweigend. Auf ihrem Weg sahen sie keinerlei Bauernhäuser oder gar ein Wirtshaus. Zwar hatten die abischen Arbeiter eine Bresche durch die Wildnis geschlagen aber besiegt hatten sie, sie noch lange nicht. Zumindest nicht hier. Nicht einmal andere Reisende waren ihnen begegnet. Zur Nachmittagszeit stoppte Alandil seine Freunde.

Ich habe den Himmel schon seit geraumer Zeit beobachtet. Es wird nicht mehr lange dauern, bis es schneit. Ich habe die Befürchtung, dass in wenigen Stunden ein Schneesturm beginnen wird.

Verdammt! Wie weit ist es noch bis zu Fallandsbourgh?

Sean holte die Karte hervor.

Vier Tage etwa. Haben wir denn ein Zelt?, fragte Sean.

Kennt sich Jemand hier aus?, fragte Paddy ein wenig lauter um Ordnung in die Diskussion zu bringen.

Byrne meine Heimatstadt ist nicht weit weg von hier, behauptete Baran. Sean grinste.

Du hast Recht. Wenn ich die Karte lese, was ich mir durchaus zutraue, nur sechs Tagesmärsche.

Paddy lachte und Baran schmollte kurz.

Wie lange bräuchten wir nach Murdagil?

Drei Tage.

Alle redeten durcheinander. Es war unmöglich den Anderen zu verstehen. Jemand schlug vor nach einer Höhle zu sagen und nach ein paar weiteren Sätzen einigten sie sich darauf im Wald einen geeigneten Rastplatz zu suchen. Der Waldläufer ging voran hinter ihm der Hexenjäger und ihnen folgten Paddy und Sean zusammen mit ihren Pferden Fips und Femina. Zuerst standen die Bäume noch weit genug auseinander und auch die Reittiere konnten ohne Beschwerden laufen. Beim Gehen schauten sie sich nach geeigneten Unterschlüpfen, wie zum Beispiel Höhlen um und Sean begann eine Geschichte zu erzählen, als er und Paddy noch zu zweit durch die Lande zogen und in einer Höhle rasteten nur um zu bemerken, dass diese schon einen anderen Bewohner, nämlich einen Bären beherbergte. Nachdem sie sich eine Weile östlich gehalten hatten schlugen sie sich weiter nach Norden. Nach cirka einer Stunde fing es dann an zu hageln. Sie versuchten sich, so gut es ging mit ihren Umhängen zu schützen. Er hörte nicht mehr auf und das Einzige was sie nach einer weiteren Stunde bemerkten war, dass es langsam dunkel wurde. Mit der Dunkelheit kam auch die Kälte. Auch der Wind wurde immer stärker. Der Hagel wich einem beständigen Schneien und zu allem Überfluss konnten sie mit der Zeit immer weniger weit sehen. Auch der Boden wurde immer glitschiger. Schließlich kam, was komme musste. Baran rutsche aus und legte sich mit einem lauten Fluch auf den Hintern.

Die Anderen lachten.

Baran, Baran, komm steh auf! Wir müssen und irgendwo unterstellen..

Der Wind verschluckte Paddy Worte. Die Sicht schränkte sich auf 10 Meter ein. Plötzlich in der Ferne. Ein Heulen.

Wolfsgeheul. Wir müssen entscheiden, was wir jetzt tun wollen, schrie Paddy gegen den Wind an.

Das Heulen komt von Süden, rief Alandil.

Lasst und noch ein Stückchen weiterziehen, bis wir überhaupt nichts mehr sehen können. Dann rasten wir dort, wo wir sind.

Oder wir versuchen zurück zum Weg zu kommen, schlug Alandil als Alternative vor.

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