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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Quellen zu mittelalterlicher Wissenschaft?



Mike
26.07.2001, 14:14
Hallöchen,

durch die Threads zum Thema "Midgard und Realität" ist es mir wieder eingefallen: Ich wollte schon lange fragen, ob irgendjemand Quellen zur Wissenschaft im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kennt.

Damals gingen die Wissenschaftler ja von anderen Naturgesetzen aus, als wir heute. Und da würde es mich interessieren, was damals als gesichert galt, und wie die Wissenschaftler damals ihre Theorien begründeten.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an einen Versuchsaufbau, mit dem sich offensichtlich beweisen ließ, daß es Materie mit negativem Gewicht gibt.

Mich würden noch weiter solche Versuche interessieren.

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Mike Merten

Argol
26.07.2001, 19:28
Also ich hab's gerade nicht parat, aber einige Didaktik-Heiner an deutschen und amerikanischen Unis haben immer mal was 'altertümliches' in ihren Skripten. Wenn man sich aber generell nur für das MA-Zeug interssiert und nicht noch an den ganzen Fehlschlüssen, dann ist das eher nix.


Argol

PS: Wenn du willst, dann seh ich nach. Keppler liegt auf meinem Schreibtisch und Gallilei sollte ich auch irgendwo haben

Airlag
26.07.2001, 19:55
Schaut mal nach amerikanischen Schulbüchern. Die streichen schonmal sowas wie Darwins Vererbungslehre aus dem Lehrplan. Da kann nur mittelalterliches übrig bleiben http://www.midgard-forum.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

26.07.2001, 19:58
stimmt das airlag das die Darwin rausstreichen, und was ist mit der MENDELSCHE haben sie diese wenigstens behalten?

Denn die dürfte doch eigentlich mittelalterlich genug sein oder nicht?

Argol
26.07.2001, 20:06
naja Airlag, da übertriebst du dann doch ein wenig. und auch wenn das hier off-toppic ist, aber die Amerikaner haben im TIMMS-Vergleich besser abgeschnitten als die Deutschen. Wenn du meinst, dass da gemauschelt wurde ok, aber eine Dreistatzaufgabe wurde von gerade mal 17% aller Getesteten deutschen richtig beantwortet. Das ist nach Notenspiegel eine glatte 6

Argol

26.07.2001, 20:21
@argol: das ist nicht dein ernst oder, nur 17% haben es geschafft, naja wenn ich mir da meine alte Berufsschulklasse ansehe, die konnten noch nicht einmal einfaches Bruchrechnen, geschweige denn Englisch sprechen.
Ein klassenkamerad und ich haben der Lehrerin geholfen den Unterricht durchzuführen, dreiviertels der Klasse ist letztenendes doch durch die Theorieprüfung gefallen.

Da sieht man mal wie gut das System ist!!!

Mike
27.07.2001, 09:16
Quote:
<span id='QUOTE'>Zitat von Airlag am 7:55 pm am Juli 26, 2001
Schaut mal nach amerikanischen Schulbüchern. Die streichen schonmal sowas wie Darwins Vererbungslehre aus dem Lehrplan. Da kann nur mittelalterliches übrig bleiben http://www.midgard-forum.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif
</span>

Ich tendiere eigentlich zu einem gewissen &quot;Antiamerikanismus&quot;. Was Du hier aber behauptest, davon ist mir nichts bekannt. Ich weiß eigentlich nur von Bestrebungen, Evolutionslehre und Kreationismus als zwei mögliche Theorien darzustellen.

Allerdings kümmere ich mich nicht allzusehr um US-amerikanische Tagespolitik ...

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Mike Merten

Mike
27.07.2001, 09:30
Quote:
<span id='QUOTE'>Zitat von Argol am 7:28 pm am Juli 26, 2001
Also ich hab's gerade nicht parat, aber einige Didaktik-Heiner an deutschen und amerikanischen Unis haben immer mal was 'altertümliches' in ihren Skripten. Wenn man sich aber generell nur für das MA-Zeug interssiert und nicht noch an den ganzen Fehlschlüssen, dann ist das eher nix.


Argol

PS: Wenn du willst, dann seh ich nach. Keppler liegt auf meinem Schreibtisch und Gallilei sollte ich auch irgendwo haben
</span>

Hallo Argol,

das habe ich jetzt nicht ganz verstanden.

Mich interessieren schon die Fehlschlüsse, deshalb ja das Beispiel der Materie mit negativem Gewicht.
Am spannensten finde ich dabei Dinge, wo die Beweisführung recht simpel zu bewerkstelligen ist.

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Mike Merten

sayah
27.07.2001, 09:49
Hallo Leute,
@ Mike&amp; Nelly
es gibt tatsächlich in den USA irgendwo einen Staat, der vor kurzem (&lt;5 jahre) den Darwinismus per Gerichtsentscheid aus den Schulbüchern gestrichen hat. Dazu gibts einen süssen Geo- Artikel (ich glaube irgendwann einmal Anfang dieses Jahr). Inzwischen wurde dies aber (so glaube ich wieder aufgehoben).
Zurück zum Thema: Wenn ich nichts durcheinander bringe, dann wurde im Mittelalter ein guter Teil der Wissenschaft betrieben, in dem man unablässig irgendwelche alte Koryphäen zitiert hat (Ptolemäus etc) auch die Bibel hat in gewissen Kreisen eine grosse Rolle gespielt. Es wurden sogar diese alten Zitat stärker gewichtet als eigene, neue Ergebnisse (ich habs zwar gesehen, aber da steht, das könne nicht sein und XYZ wird sich schon nicht geirrt haben. Also muss das, was ich hier sehe, ein Hirngespinnst sein, dass mir der Teufel versucht vorzugaukeln. Sei stark und verfalle nicht dem Bösen.)
alle Angaben ohne Gewähr.
es grüsst
Sayah el Atir al Azif ibn Mullah
p.s. wenn ihr es wirklich wissen wollt, dann schreibt doch mal ein mail an GH und bittet ihn um Erleuchtung. Ich denke er weiss das.

Mike
27.07.2001, 10:51
Quote:
<span id='QUOTE'>Zitat von sayah am 9:49 am am Juli 27, 2001
Hallo Leute,
@ Mike&amp; Nelly
es gibt tatsächlich in den USA irgendwo einen Staat, der vor kurzem (&lt;5 jahre) den Darwinismus per Gerichtsentscheid aus den Schulbüchern gestrichen hat. </span>

Du meinst jetzt aber nicht Kansas, wo 1999 die Makro-Evolution als prüfungsrelevater Stoff gestrichen wurde?

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Mike Merten

sayah
27.07.2001, 12:18
Hallo Mike,
doch sowas in der Art. Ich glaube, dazu gibts noch mehrere Beispiele
es grüsst
Sayah el Atir al Azif ibn Mullah

Airlag
27.07.2001, 12:33
Danke Sayah für die Unterstützung.

Klar habe ich nicht gemeint, dass in ganz USA die Evolutionslehre gestrichen wurde, es ist nur ein Staat gewesen. Davon, dass das wieder aufgehoben wurde, weiss ich aber nichts.

@Argol
Wieviele der getesteten Amerikaner konnten denn einen Dreisatz lösen?

Nach meinem subjektiven Eindruck haben die Amis durch ihre Elite-Unis eine gewisse Anzahl Leute, die besser ausgebildet sind als alles, was Deutschland aufzubieten hat. Im Durchschnitt allerdings denke ich, hängen die Deutschen die Amerikaner deutlich ab. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass das amerikanische öffentliche Schulsystem eine Grundbildung auf unterem bis mittlerem Niveau bietet, während in Deutschland zumindest versucht wird, jedem eine möglichst hohe Grundbildung einzutrichtern. Ein weiterer Faktor dürfte sein, dass für Amis der Rest der Welt z.B. in den TV-Nachrichten kaum bis gar nicht vorkommt.

Wo ich dir recht geben würde ist, dass unser Bildungssystem aus Geldmangel in den letzten Jahr(zehnt)en schlechter geworden ist.

Gruss, Airlag

Mike
27.07.2001, 12:53
Was der Kanon des prüfungsrelevanten Stoffes unbedingt mit dem zu tun hat, was alles an Schulen gelehrt wird? Keine Ahnung.

Allerdings habe ich sowieso keine Ahnung, was Airlags Beitrag mit meiner ursprünglichen Frage zu tun hatte.
Vielleicht schaffen wir es ja wieder zum Ausgangsthema zurück ;)

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Mike Merten

sayah
27.07.2001, 17:22
Hi Mike,
hast Du ein wenig Zeit?
mir fällt da gerade 'die Insel des vorigen Tages? U.Eco ein... Die haben dort auch gelegentlich unter Geehrten gestritten. Ich meinte sie hätten da immer irgendwelche Grössen aus der Geschichte zitiert (oder auch 'Der Name der Rose' oder 'das Foucault'sche Pendel' ebenfalls Eco.)
leider sind alle drei ein paar Seiten stark (deshalb die Frage nach der Zeit...)
es grüsst
Sayah el Atir al Azif ibn Mullah

Argol
28.07.2001, 04:04
@Mike: ich interpretiere das erstmal als ein nein und lass es auf meinem Tisch liegen.

Zu Keppler: das das vorher 'Dreck' war ist nicht sonderlich schwer zu zeigen, weichen doch die erhobenen Daten extrem von den Vorhersagen durch die Epizykeln ab. Was man da so alles versucht hat um das hinzubiegen ist grausam. Ich schau aber nach ob dazu was bei 'meinem Keppler' steht.


Übrigens ein Trugschluss aus dieser Zeit:

Kälte fliesst nicht zum warmen hin (man überlege sich das mit dem Weltall und der Erde)

Soetwas wie 'saugen' macht physiklisch keinen Sinn, es gibt nur drücken, auch wenn 'saugen' so schön einfach zu verwenden ist (Auch Beispiel Weltall, Erde, hier aber die Atmosphäre beachten)


Argol

PS: wer das erklät haben will, der mache einen Treat auf unter der Rest der Welt (eg. Oberlehrer gesucht)

Mike
28.07.2001, 09:00
Quote:
<span id='QUOTE'>Zitat von Argol am 4:04 am am Juli 28, 2001
@Mike: ich interpretiere das erstmal als ein nein und lass es auf meinem Tisch liegen.


Argol

PS: wer das erklät haben will, der mache einen Treat auf unter der Rest der Welt (eg. Oberlehrer gesucht)</span>

Hallo Argol,

weiß nicht ...

Was ich suche sind Aussageb wie:
&quot;Man dachte früher, Kälte fließt zur Wärme hin, weil ...&quot; und jetzt statt der drei Punkte eine genauere Beschreibung, warum die das dachten.
Ob die Sachen auf Deinem Schreibtisch das hergeben, müßtest Du besser wissen.

@sayah:
Ob die Eco-Sachen das hergeben? Der Name der Rose jedenfalls nicht. Das hatte ich damals recht fix durch ;)

Wenn Ihr das Gefühl habt, ich könnte solche Aussagen den Büchern finden:
Autor und Titel bitte ;)

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Mike Merten

sayah
28.07.2001, 18:18
Hi Mike,
Klar der Name der Rose ist arg kirchenlastig. Aber ich denke, als Beispiel für damalige Diskussionskultur müsste es durchaus herhalten können. Ist allerdings schon eine ganze Weile her, seit ich es gelesen habe.
Und ebenfalls in diesem Werk wird ja vom Versuch erzählt ungenehmes Wissen von der Welt verborgen zu halten. Ich denke nicht, dass dieser Punkt Dir entgangen sein kann.
Ich denke also schon, dass ich diese Schriften als Ansatzpunkte für die Denkweise im Mittelalter gebrauchen kann. Aber wie gesagt: wenn Du es genau wissen willst frag Gerd Hupperich. Ich denke er kann Dir ziemlich genaue Auskünfte geben.
es grüsst
Sayah el Atir al Azif ibn Mullah

Valinor
30.07.2001, 00:25
Mittelalterliche Wissenschaften sind in meinem Wissenschatz leider nur sehr begrenzt zugegen. Aber am erfolgreichsten dürfte wohl die Suche nach Alchemie sein. Denn das war ja die Wissenschaft des Mittelalters schlecht hin.

@Mike: Genaues weiß ich nicht, aber ich kann ja mal raten. Der Grund dafür dürfte ein simples Experiment sein: Du nimmst einfach ein Stück kaltes Metall. z. B. ein Rohr oder was ähnliches in die Hand. Dann spürst du, wie die Kälte zu deiner Hand fließt. Klar, jeder weiß heutzutage, dass ein Wärmeaustausch stattfindet, aber offensichtlich fließt in diesem Beispiel die Kälte zu der warmen Hand hin.

Mike
30.07.2001, 10:41
@sayah:

Der Name der Rose hatte mich grade wegen dieser &quot;philosophischen&quot; Dinge fasziniert. In diesem Thread geht es mir aber überhaupt nicht um die Denkweise. Leider ;)


@Valinor:

Ja, genau! Solche &quot;Versuchsaufbauten&quot; suche ich. Daraus doll mal so etwas wie ein Szenario werden. Wo eine wichtige NSpF (ein Magister / Gelehrter) den Spielerfiguren unbedingt etwas von seinen Entdeckungen erzählen will.

Dein Kälte-Versuch ist da sehr passen.

Was ich bisher kannte, war die Materie mit negativen Gewicht:
Man nehme eine Apothekerwaage, lege auf die eine Schale Eisenspäne und tariere diese Waage dann exakt aus.
Dann steckt man die Späne in Brand.
Man sieht dann zweierlei:
1. Von dem Feuer steigt &quot;etwas&quot; auf: Rauch, Ruß ...
2. Die Schale mit der brennenden Eisenspäne senkt sich.

Offensichtlich hat irgendetwas die Späne in Form von Rauch, Ruß ... verlassen. Andererseits ist die Späne schwerer geworden. Das, was die Späne &quot;verlassen&quot; hat, muß also ein negatives Gewicht gehabt haben.

Heute wissen wir es besser. Ausgehend von dem damaligen Wissen sind die Schlußfolgerungen durchaus zwingend.

Vielleicht hätte ich diesen Versuch sofort im ersten Posting darstellen sollen. Dann wäre wohl klarer gewesen, was genau ich suche.


Persönlich denke ich mir halt, daß man mit solchen Dingen durchaus Flair in's Spiel bringen kann.


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Mike Merten

Norden
30.07.2001, 11:09
@Mike
Die mittelalterliche Wissenschaft war der Religion untergeordnet. Das heisst, das Weltbild des Mittelalters bezieht sich in allen Dingen auf die Bibel. Wie alt ist die Erde, Erde als Zentrum des Universums, die 4 Elemente, flache Erde usw...

Empirische Versuche unter gleichbleibenden Bedingungen gab Es einfach nicht. Es war einfach keine akzeptierte Beweisführung das man etwas 10x wiederholen konnte. Sicher, mit dem aufkommen der Renaissance, also der Rückbesinnung auf das vorchristliche Altertum, gerät diese kirchliche Weltanschauung langsam ins schwanken.

Die &quot;Wissenschaftler&quot; auf Midgard sind immer etwas zu empirisch, nicht zuletzt, weil Wir in Unserer Zeit die Wissenschaft zur Religion erhoben haben und Uns wohl nicht richtig lossagen können. Die Wissenschaftler des Mittelalters waren meisst selbst angehörige der verschiedenen Mönschsorden u.ä. Bei Midgard haben Wir die sehr &quot;wissenschaftlichen&quot; Magiere, insbesondere im &quot;Mittelmeerraum&quot; wo die Renaissance schon Ihrem Einzug hält. &nbsp;

Nichtsdestotrotz sollte man ert einmal das Weltbild genauer festlegen, auch für &quot;pseudomoderne&quot; Wissenschaftler auf Midgard. Wie weit ist man von der Religion unabhängig? Persönlich würde Ich in einer Welt, wo Priester Wunder wirken SEHR SEHR gläubig sein...Hat man so ein Weltbild erst mal einigermassen geklärt, kommen die Pseudowissenschaftlichen erklärungen für diverse physikalische Phänomene fast von alleine...

Nordenhttp://www.plauder-smilies.de/person/pfiade.gif

Hiram ben Tyros
30.07.2001, 11:19
Hallo Norden,

ist nicht gerade die antike griechische Wissenschaft, auch wenn Sie zum Teil der Philosophie zugerechnet werden muss, der Gegenbeweis zu deiner These. Auch damals glaubten die Menschen an Götter und deren direktes Wirken auf die Schicksale der Menschen. dennoch gab es eine hochentwickelte Wissenschaft mit erstaunlichen Erkenntnissen. Um nur zwei zu nennen:

- Platon erklärte daß sich alle Materie aus kleinsten unteilbaren Teichen zusammensetzt 8sogenannte Atome (auch, wenn man inzwischen selbst diese Spalten kann eine erstaunliche Erkenntnis).

- Und der Erdumfang wurde mit einer erstaunlichen Genauigkeit berechnet, die erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts übertroffen wurde.

Nur weil diese Erkenntnisse durch die christliche Kirche im Mittelalter verdammt wurden und zum Teil in Vergessenheit gerieten würde ich nicht sagen, dass ein empirischer Ansatz der Wissenschaft auf Midgard unrealistisch ist.

Bei Ormuts hellem Auge
so sei es...

Hiram

Norden
30.07.2001, 11:28
@Hiram
Das ist schon klar, deshalb auch mein Hinweis auf die Rückbesinnung zum Altertum...
Mein Gedanke war, das &nbsp;man sich klarmachen sollte, wie das Weltbild der (jeweiligen) midgardschen Wissenschaftler aussieht. Erst dann kann man anfangen plausible Erklärungsmodelle zu schaffen...

Norden http://www.plauder-smilies.de/person/pfiade.gif

Hiram ben Tyros
30.07.2001, 11:34
Hallo Norde,

o.k. ich hab´ deinen Ansatz verstanden. Wie siehst Du nun die midgardschen Wissenschaftler. Allein der Hinweis auf die Wunder der Priester und deren Einfluss auf die Gläubigkeit der Bevölkerung ist mir zu sparsam.

Bei Ormuts hellem Auge
so sei es...

Hiram

Bruder Buck
30.07.2001, 12:47
@Hiram: Also ich finde Nordens Hinweis auf die Realität der priesterlichen Wundertaten nicht sparsam.

Man stelle sich vor, im realen Mittelalter waren die Leute GottesFÜRCHTIG - obwohl die Priester keine realen Wunder oder Flüche vollbringen konnten. Ich stelle mir den normalen Bauern in Alba vor, der gegen die Kirgh gelästert hat und dafür von einem Priester zusammen gestaucht wird. Der macht sich doch in die Hosen, wenn dieser Priester das auch noch mit irgendwas magischem unterstützt (z.B. wenns wirklich arg gotteslästerlich war mit Blitzstrahl mal die Scheune abfackeln....). So eine Demonstration macht man in zwei Tagesritten umkreis nur einmal - das prägt sich ein!

Zum Thema: Ich habe von einem Experiment gelesen, bei dem Professoren im Mittelalter ein Pentagramm auf den Tisch gemalt hatten und einen Skarabäus-Käfer in die Mitte gesetzt haben. Als dieser dann ganz unbeindruckt das Pentragramm verlies, haben sie gejubelt, weil sie damit bewiesen haben, dass der bis dahin gültige Aberglaube unfug ist. Auf Midgard kann man das sogar anwenden, denn Schutzkreise funktionieren ja nur bei beschworenen Kreaturen...

Kreol der Barde
30.07.2001, 13:03
Möget Ihr stets das richtge Lied finden,

@Mike,
Versuchs mal mit &quot;Sophies Welt&quot; von Gradener. Ist 'ne sehr schöne Zusammenfassung der Geschichte der Philosophie mit kurzen Erklärungen, wer was gedacht hat. Außerdem mE auch als Roman nett zu lesen ( denn ich geh mal davon aus,daß Du keine Lust hast dicke Philosophie-Leh(e)r-Wäzer zu lesen )
@Bruder Buck,
das mit dem Wunder ...
bin mir da nicht so sicher; in einer Welt in der Magie in JEDER Form existiert und man bei entsprechender Bezahlung auch schon mal 'ne längere Trockenheit per &quot;Regenmachen&quot; (Wetterzauber) austehen kann, kommt so'n einzelner Zauber weniger gut an, als wenn das NUR ein &quot;Wunder&quot; sein kann.

Bruder Buck
31.07.2001, 11:37
@Kreol: Womit wir bei der High-Fantasy Debatte wären.....(anderer Thread). Denn nach meinem Verständnis zaubert in Midgard eben nicht jeder zweite an jeder Ecke. Sonst gäbe es wohl kaum Not und Elend, wenn man mit Magie alles richten könnte. Die Welt wäre mir dann zu &quot;gut&quot;.

Euer

Bruder Buck

sayah
31.07.2001, 11:50
Hi Leute,
Aus meiner europäisch geblendeten Weltsicht, habe ich natürlich vergessen, dass im Mittelalter die arabischen und wahrscheinlich auch chinesichen Gelehrten den anderen meilenweit voraus waren (die 0 Beispielsweise verdanken wir den Arabern...) Die sind natürlich auch mit anderer Weltsicht an die Sache herangegangen. Wie weiss ich nicht.
es grüsst
Sayah el Atir al Azif ibn Mullah

Norden
31.07.2001, 11:56
@Mike

Experiment-Vorschlag

Der berühmte Test mit Kieseln und Sand. Diese werden dann zusammengekippt und füllen trotzdem nicht das doppelte. Ist natürlich banal mit Steinchen. Nimmt man aber Wasser und Alkohol...dann wird das erklären interresant, da Es das Wissen um Molekylgrössen nicht gibt...
Also Mystische Erklärung, aber da musst Du selber erfinden, Mike

So war's gedacht, oder?
Norden

Mike
31.07.2001, 12:38
Quote:
<span id='QUOTE'>Zitat von Norden am 11:56 am am Juli 31, 2001
@Mike

Experiment-Vorschlag

Der berühmte Test mit Kieseln und Sand. Diese werden dann zusammengekippt und füllen trotzdem nicht das doppelte. Ist natürlich banal mit Steinchen. Nimmt man aber Wasser und Alkohol...dann wird das erklären interresant, da Es das Wissen um Molekylgrössen nicht gibt...
Also Mystische Erklärung, aber da musst Du selber erfinden, Mike

So war's gedacht, oder?
Norden </span>

Ist das Experiment in der Form für das Mittelalter belegt?

Selbst ausgedachtes suche ich nicht.
Um Abenteurer und Spieler zu verwirren, suche ich &quot;echte&quot; Experimente oder auch Begründungen.

nice dice
Mike Merten

P.S. Im übrigen bin ich der Ansicht, daß Du vor einigen Postings nur die offizielle christliche Wissenschaft beschrieben hast. Und unter den Wissenschaftlern gab es immer welche, die sich nicht an Dogmen oder Denkverbote hielten. http://www.midgard-forum.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

Norden
31.07.2001, 12:43
@Mike
Sagen Wir mal, dass Es viele helle Köpfe gab, die entdeckten, dass sich die Ergebnisse Ihrer Arbeit nicht mit den Erklärungen der Kirche deckte und das dieses Schisma immer problematischer wurde...
Norden

NarrenRitter
26.02.2006, 01:21
Moin
was immer eine gute Quelle ist ist das Lexikon des Mittelalters siehe:

https://www.metzlerverlag.de/index.php?mod=bookdetail&tbl_book_nfo_id=322

sollte in jeder größeren Hochschule mit Geschichtswissenschaften stehen.

oder: http://www.uni-tuebingen.de/ub/db/index.htm?http://silvanus.ub.uni-tuebingen.de/db/suanz.php?kuerzel=lexma
leider nur für eingeschriebene Studenten

Generell ließe sich sagen, daß Gelehrte im Mittelalter kaum geforscht und schon gar keine Feldversuche gemacht haben, auch wissenschaftliches Arbeiten(These/Antithese) war nicht vertreten. Man bezog sich lieber auf Alte Meister(auch in der Medizin). Die einzigen, die wirklich so was ähnliches wie experimentiert haben, dürften wohl Alchimisten gewesen sein, große Fortschritte gegenüber der Antike gab es meines Wissens nur in der Metallherstellung/Verarbeitung(laut einem Archäologen waren römische Schwerter aus mehreren Lagen laminiert, weil die Gußtechnik nicht so weit war) und an einigen Stellen im Handwerklichen/Architektonischen Bereich.
NarrenRitter

Kurna
26.02.2006, 02:25
Ich empfehle H.J. Störig: "Kleine Geschichte der Wissenschaften" (2 Bände)

Da wird auch das Mittelalter sehr ausführlich behandelt. Und nicht nur Europa, sondern auch z.B. die Araber. Ganz allgemein sehr gut.

Edit: Was auch helfen kann, ist mal nach einzelnen Forschern des Mittalters zu googeln. Roger Bacon oder Averrhoes wären z.B. gute Kandidaten. Oder auch Kopernikus. Gerade dadurch, dass er z.T. für das Abwenden vom mittelalterlichen System steht, kann er sehr lehrreich sein. Wie er z.B. einerseits aufgrund von Daten ein heliozentrisches Weltbild findet, aber andererseits aus philosophischen Gründen bei Kreisbahnen bleibt, ist hier sehr interessant. Oder seine frühen Versuche, die Bahnen mit Hilfe regelmäßiger Körper zu erklären. (Gerade für Rollenspieler, die solche Körper ja tatsächlich nutzen. ;) )

Tschuess,
Kurna

Blaues_Feuer
08.03.2006, 13:23
Noch ein Buchtip zum Thema Wissenschaft im Mittelalter:

Lindberg,David C.: "Von Babylon bis Bestiarium" bzw. in der Taschenbuchausgabe heißt es "Die Anfänge des abendländischen Wissens"
Da wird die Entwicklung der Wissensgewinnung und -vermittlung ziemlich gut dargestellt. Gibt es zur Zeit leider nicht im Handel, aber sollte eigentlich jede gute Uni-Bibliothek haben.



Zu Keppler: das das vorher 'Dreck' war ist nicht sonderlich schwer zu zeigen, weichen doch die erhobenen Daten extrem von den Vorhersagen durch die Epizykeln ab. Was man da so alles versucht hat um das hinzubiegen ist grausam. Ich schau aber nach ob dazu was bei 'meinem Keppler' steht.

Doch, war es. Man brauchte nämlich gute Meßwerte um die Abweichung der tatsächlichen Bahn von den Epizyklen festzustellen und die lieferte erst Tycho Brahe mit seinem "Großforschungsprojekt" am Ende des 16. Jahrhunderts. Frühere Meßmethoden zeigten gute Übereinstimmung von Vorhersage und beobachteter Bahn. Zudem hatte Ptolemaios sehr gut und sehr logisch gezeigt, warum die Erde sich nicht drehen kann. Der entscheidene Fehler wurde erst 1620 von Galilei "entdeckt".




Oder auch Kopernikus. Gerade dadurch, dass er z.T. für das Abwenden vom mittelalterlichen System steht, kann er sehr lehrreich sein. Wie er z.B. einerseits aufgrund von Daten ein heliozentrisches Weltbild findet, aber andererseits aus philosophischen Gründen bei Kreisbahnen bleibt, ist hier sehr interessant. Oder seine frühen Versuche, die Bahnen mit Hilfe regelmäßiger Körper zu erklären. (Gerade für Rollenspieler, die solche Körper ja tatsächlich nutzen. )


Autsch :after: Du wirfst hier Kepler und Kopernicus durcheinander.
Kopernicus wollte (1500) zurück zum Antiken Weltbild und griff daher den Heliozentrischen Ansatz auf. Er verwendete aber genauso Epizyklen wie seine Vorgänger und die Beobachtungsmethoden waren noch mittelalterlich (was hier nur heißen soll direkte Augenbeobachtung und Handquadrant, keine Teleskope, keine Beobachtungsanlage). Ihn zum "Ritter gegen die finsteren kirchlichen Dogmen" machen zu wollen, würde ihn sicher in seinem Grab rotieren lassen, immerhin war er Domherr ;)
Keplers Ansatz war es, die Planten auf Kreise zu schicken und dazwischen Platonische Körper einzusetzen. Was er später (ca. 1610) aufgrund von Tycho Brahes Beobachtungen zugunsten der Ellipsen verwarf.

Grüße
Blaues Feuer

Kurna
08.03.2006, 13:44
[...]



Oder auch Kopernikus. Gerade dadurch, dass er z.T. für das Abwenden vom mittelalterlichen System steht, kann er sehr lehrreich sein. Wie er z.B. einerseits aufgrund von Daten ein heliozentrisches Weltbild findet, aber andererseits aus philosophischen Gründen bei Kreisbahnen bleibt, ist hier sehr interessant. Oder seine frühen Versuche, die Bahnen mit Hilfe regelmäßiger Körper zu erklären. (Gerade für Rollenspieler, die solche Körper ja tatsächlich nutzen. )


Autsch :after: Du wirfst hier Kepler und Kopernicus durcheinander.

Upps, sorry; klar die regelmäßigen Körper waren natürlich von Keppler. Ist aber trotzdem interessant, wie er sie begründete, weil es einen guten Einblick in die damalige Denkweise gibt.



Kopernicus wollte (1500) zurück zum Antiken Weltbild und griff daher den Heliozentrischen Ansatz auf. Er verwendete aber genauso Epizyklen wie seine Vorgänger und die Beobachtungsmethoden waren noch mittelalterlich (was hier nur heißen soll direkte Augenbeobachtung und Handquadrant, keine Teleskope, keine Beobachtungsanlage). Ihn zum "Ritter gegen die finsteren kirchlichen Dogmen" machen zu wollen, würde ihn sicher in seinem Grab rotieren lassen, immerhin war er Domherr ;)

Er wollte bestimmt kein Revolutionär sein. :) Trotzdem war es aber sein Buch, welches den Denkanstoß gab.



Keplers Ansatz war es, die Planten auf Kreise zu schicken und dazwischen Platonische Körper einzusetzen. Was er später (ca. 1610) aufgrund von Tycho Brahes Beobachtungen zugunsten der Ellipsen verwarf.

Grüße
Blaues Feuer
Klar, da haste Recht.

Tschuess,
Kurna

Blaues_Feuer
08.03.2006, 16:01
[...]

Autsch :after: Du wirfst hier Kepler und Kopernicus durcheinander.

Upps, sorry; klar die regelmäßigen Körper waren natürlich von Keppler. Ist aber trotzdem interessant, wie er sie begründete, weil es einen guten Einblick in die damalige Denkweise gibt.


Da stimm ich dir zu. :männlicherhändedruc Aber könntest du bitte Kepler nur mit einem P schreiben? Das rollt mir immer so die Fußnägel hoch. ;)






Kopernicus wollte (1500) zurück zum Antiken Weltbild und griff daher den Heliozentrischen Ansatz auf. Er verwendete aber genauso Epizyklen wie seine Vorgänger und die Beobachtungsmethoden waren noch mittelalterlich (was hier nur heißen soll direkte Augenbeobachtung und Handquadrant, keine Teleskope, keine Beobachtungsanlage). Ihn zum "Ritter gegen die finsteren kirchlichen Dogmen" machen zu wollen, würde ihn sicher in seinem Grab rotieren lassen, immerhin war er Domherr ;)


Er wollte bestimmt kein Revolutionär sein. :) Trotzdem war es aber sein Buch, welches den Denkanstoß gab.


Darüber könnte man jetzt auch wieder endlose Debatten führen, inwieweit De revolutionibus orbium coelestium ein Denkanstoß war oder eigentlich erst gelesen wurde seit es im Zuge der Galliledebatte auf den Index kam. Ist aber eigentlich wurscht. Ein gutes Buch ist es auf jeden Fall, deswegen

:beer:

Blaues Feuer